„Altern mit Zukunft“ – Das Leben nach der Erwerbstätigkeit in Europa (27.06.2017)

„Altern mit Zukunft“ – Das Leben nach der Erwerbstätigkeit in Europa (27.06.2017)

Wie kann „ein Leben ohne Armut“ nach der Erwerbstätigkeit in Europa erreicht werden? Wie groß sind die Chancen auf eine soziale EU? Welche Handlungskompetenzen hat die EU, um im Sozialen aktiv zu werden?
Um diese und viele weitere Fragen ging es im Vortrag von Heinz-Wilhelm Schaumann vom Rednerdienst Team Europe der Europäischen Kommission.

Moderiert wurde die Abendveranstaltung von Eckhard Kohle von der Auslandsgesellschaft NRW e.V. Weitere Kooperationspartner waren die Stadt Dortmund, der DGB Dortmund-Hellweg, die Landesseniorenvertretung NRW, die AltenAkademie in Dortmund, der Seniorenbeirat der Stadt Dortmund sowie die Europa-Union Kreisverband Dortmund e.V.

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Von links: Rainer Frickhöfer (stv. Vorsitzender der Auslandsgesellschaft NRW), Conny Irle (Stadt Dortmund), Gaby Schnell (Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW), Lena Borgstedt (Europe Direct Dortmund), Heinz-Wilhelm Schaumann (Rednerdienst Team Europa der Europäischen Kommission) und Eckhard Kohle (Auslandsgesellschaft NRW)

Eröffnet wurde die Veranstaltung im Dortmunder Rathaus mit Grußworten von Rainer Frickhöfer, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Auslandsgesellschaft NRW, sowie Gaby Schnell, der Vorsitzenden der Landesseniorenvertretung NRW.

Frickhöfer stellte in seinem Grußwort dar, wie unterschiedlich die verschiedenen Rentensysteme in Europa seien und wie „stolz“ jedes Land auf sein eigenes Rentensystem sei. Er beschäftigte sich außerdem mit der Frage, was Europa überhaupt im Sozialen machen könne, da die EU bisher wenige Handlungskompetenzen in diesem Bereich habe. Des Weiteren betonte er, dass wir uns die Frage stellen müssten, ob ein Handeln der EU im sozialen Bereich überhaupt gewünscht sei. Denn es würden sich beispielsweise Sozialverbände in allen EU-Mitgliedsstaaten strikt dagegen aussprechen.

Schnell erklärte, dass es Menschen brauchen würde, die sich dem Thema Rente annehmen. Des Weiteren wären Strukturen wichtig, die eine „starke Stimme“ haben und die Senioren vertreten würden – wie eben die Landesseniorenvertretung NRW. Schnell wünschte sich „ein Leben ohne Armut“ und forderte die Zuhörer*innen auf, diese Botschaft in die Gesellschaft zu tragen und an ihr zu arbeiten.

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In seinem Vortrag beschäftigte sich Schaumann u.a. mit den Themen Armut, Altersarmut und Erwerbstätigkeit. Anhand vieler Statistiken zeigte er dem Publikum Beschäftigungsraten und Erwerbstätigenquoten der älteren Bevölkerung in Europa sowie Rentenalter und Rentenniveaus im internationalen Vergleich auf.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum schlussfolgerte Schaumann: „Der europäische Binnenmarkt wird auseinander brechen, wenn er nicht sozial abgerundet wird.“ Ein Auseinanderbrechen des Binnenmarktes würde wiederum das Ende der EU bedeuten. Diesbezüglich zitierte Schaumann den Moderator Klaas Heufer-Umlauf, der in einer Talkshow gesagt hatte, dass wir die dümmste Generation seien, die je gelebt habe, wenn wir Europa kaputtmachen. Die Besucher*innen diskutieren mit dem Referenten daran anschließend über die Frage, welches Europa sie sich wünschen und welches Europa langfristig effektiv sein könne.

Text: Svenja Hennigfeld
Fotos: © Auslandsgesellschaft NRW, Lena Borgstedt und Svenja Hennigfeld