Die Europäische Währungs- und Wirtschaftsunion – Eine stabile Basis und ökonomische Kooperation als bester Schutz vor einer neuen Krise? (06.10.2016)

Die Europäische Währungs- und Wirtschaftsunion – Eine stabile Basis und ökonomische Kooperation als bester Schutz vor einer neuen Krise? (06.10.2016)

Am 06.10.2016 referierte Frau Dr. Fretlöh zum wiederholten Male in der Auslandsgesellschaft NRW. Das Thema diesmal war „Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion“. Leicht verständlich und doch kritisch brachte sie das Thema den interessierten BesucherInnen näher.

In der Einführung bemerkte Frau Dr. Fretlöh, dass die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) zwar nicht mehr Top-Thema in den Nachrichten sei, aber immer noch Kernthema innerhalb der EU. Während eines geschichtlichen Überblicks erklärte sie, dass die Angst vor dem Euro in Deutschland und anderswo sehr groß war. Außerdem betonte die Großbritannien-Expertin, dass auch Großbritannien früher versucht habe, den Euro einzuführen, der wirtschaftliche Erfolg jedoch ausgeblieben wäre, sodass sie das Pfund behielten. Nach diesem Exkurs stellte Frau Dr. Fretlöh kurz den „Five Presidents Report“ vor und kritisierte ihn als unverständlich und schwammig, obwohl er eigentlich dazu da sein sollte, die Bürger über aktuelle Entwicklungen in der WWU zu informieren. Durch die Finanzkrise wurde besonders deutlich, wie unterschiedlich die Wirtschaften der Euro-Länder sind und dass es zwar eine Währungs- aber keine Wirtschaftsunion gibt. So ist es zwar jedem Land möglich, eine regulierende Fiskal- bzw. Steuerpolitik zu betreiben, aber oft wäre dies versäumt worden oder wegen zu hoher Schulden nicht durchführbar.

In der anschließenden regen Diskussion wurde deutlich: Es ist nicht mehr möglich, den Euro aufzugeben und um eine funktionierende WWU zu haben, braucht es mehr politische Kooperation.

Text: Jessica Stroschein
Foto: © Auslandsgesellschaft NRW e.V.