2018_04_14 Demo gegen Naziaufmarsch

Europa bunt statt braun! (14.04.2018)

„Die Europäische Union ist das Beste, was uns nach dem Zweiten Weltkrieg passiert ist.“, so der Europaabgeordnete Sven Giegold bei seiner Ansprache auf der Demonstration gegen den Neonaziaufmarsch am Samstag, den 14. April 2018, in Dortmund. Der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus hatte zu einer Protestaktion mit einem bunten Programm eingeladen, zu dem auch das Europe Direct Dortmund beitrug.

Unter dem Motto „Europa erwache“ versammelten sich rund 600 Neonazis aus Deutschland und anderen EU-Staaten am vergangenen Samstag und zogen vom Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhof bis ins Dortmunder Kreuzviertel. Dass sie die Haltung der Neonazis aufs schärfste ablehnen, zeigten tausende Menschen in der Dortmunder Innenstadt mit zahlreichen bunten und vor allem lauten Protestaktionen.

Weit mehr als 1.000 Menschen folgten dem Aufruf des Dortmunder Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus und demonstrierten für ein friedliches und demokratisches Europa auf ihrem Weg vom Europabrunnen in der Kleppingstraße bis zur Kampstraße am Dortmunder U. Dort trafen sie auf den Neonazi-Zug, dem sie schwingende Europafahnen, lautstarke Protestchöre sowie wehende Holi-Farben von der Grünen Jugend entgegenschmetterten.

2018_04_14 Demo gegen Naziaufmarsch

Lena Borgstedt, Leiterin des EDIC Dortmund, im Gespräch mit Jutta Reiter vom Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus

Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Dortmunder Einrichtungen sowie Europaabgeordneten fast aller Couleur: Neben dem EDIC Dortmund hielten Sven Giegold, Dietmar Köster und Dennis Radtke Ansprachen auf der Kundgebung. Die drei Europaabgeordneten betonten die Bedeutung der Europäischen Union als Friedensstifterin in Europa und der Welt. Die Mitgliedstaaten – vor allem Deutschland – würden mehr Nutzen als Lasten aus ihr ziehen, so Giegold: „Wir in Deutschland sind nicht Zahlmeister der Europäischen Union, wir sind die größten Nutznießer!“ Und Köster fügte hinzu, dass man sich die Errungenschaften der EU von Rechtsextremen nicht nehmen lasse, sondern sich ihnen vehement entgegenstelle.

Lena Borgstedt, Leiterin des EDIC Dortmund, unterstrich die Rolle der Europe Direct Informationszentren in diesem Zusammenhang: Ihr Ziel sei es, Europa unter die Menschen zu bringen, d.h. sich mit der Arbeit der Europäischen Union auseinanderzusetzen, über diese zu diskutieren und an der Zukunft der Europäischen Union mitzuwirken. Dies geschehe mittels eines Veranstaltungsprogramms für die breite Öffentlichkeit zu den verschiedensten gesellschaftsrelevanten Themen sowie durch ein umfassendes Beratungs- und Informationsangebot.

Niklas Reininghaus von den Jungen Europäischen Föderalisten e.V. hob in seiner Vorstellung der Arbeit des überparteilichen Vereins hervor, dass in diesem kritisch, aber immer konstruktiv über die EU diskutiert werde und man sich für ein offenes, demokratisches und gerechtes Europa einsetze.

Text: Lena Borgstedt
Fotos und Videos: © Auslandsgesellschaft NRW e.V.