23_10_2019 Vortrag TU Do

Ringveranstaltung „Berufsfeld Sprach- und Kulturwissenschaften“: Die Europe-Direct-Informationszentren – Europa unter die Leute bringen (23.10.2019)

Wer kennt schon alle spezifischen Praxisfelder seines Studiengangs?! Im kulturellen Bereich z.B. gibt es viele unterschiedliche Arbeitsbereiche und oftmals kennen Studierende nicht einmal einen Bruchteil davon. Welche Möglichkeiten bietet das Studium überhaupt und wie kann ich diese wahrnehmen? Unter dieser Fragestellung hat das Europe Direct Dortmund Studierenden der Kultur- und Sprachwissenschaften an der TU Dortmund am 23.10.2019 das Berufsfeld Europe Direct vorgestellt.

Die Vorstellung des EDIC Dortmund wurde interaktiv gestartet. Die Studierenden wurden mit den folgenden drei Statements konfrontiert: „Ich bin in einem (oder mehreren) EU-Mitgliedstaat(en) aufgewachsen.“ „Ich habe einen EU-Pass.“ „Ich fühle mich als Europäer_in.“ Zu diesen Aussagen positionierten sie sich anschließend entsprechend im Raum und es begann ein reger Austausch über die unterschiedlichen Erfahrungen mit der EU. Eine haben viele Studierende dabei scheinbar gemeinsam: „Reisen in der EU macht man halt.“ und dabei gilt: „Ich fühle mich im europäischen Ausland nie als Ausländer, denn es gibt immer Gemeinsamkeiten.“. Schnell wurde klar, die Erfahrungen, die die Studierenden mit der EU bisher gemacht haben, und die Meinungen, die sie vertreten, überschneiden sich in vielen Bereichen. Sie sind dankbar für die Reisefreiheit und die lange Friedensperiode innerhalb Europas, wobei sie sich nicht immer aktiv bewusst sind, Europäer_in zu sein, was vor allem daraus resultiert, dass viele es gar nicht anders kennen.

Der Vortrag des Europe Direct Dortmund an der TU Dortmund startete interaktiv: Die Studierenden diskutierten eifrig über ihre Erfahrungen als EU-Bürger_innen. (Vortrag „Die Europe Direct Informationszentren: Europa unter die Leute bringen“ 23.10.2019)

Das Europe-Direct-Informationszentrum: Von allgemeinen Informationen über Aufgabenbereiche hin zu notwendigen Kompetenzen 

Anschließend an diese interaktive Runde begann die konkrete Vorstellung des EDIC Dortmund. Es wurde die Trägereinrichtung des Projekts, die Auslandsgesellschaft.de e.V., mit ihrer Agenda und Aufgaben kurz vorgestellt und erläutert, dass die EDICs von der Europäischen Kommission kofinanzierte Projekte sind. Neben dem Europe Direct Dortmund gibt es 441 weitere Zentren EU-weit, wovon sich ca. 50 Zentren in Deutschland befinden. Aufgabe liegt darin, einen direkten und einfachen Zugang zu Informationen über die EU zu ermöglichen. Im Fall des Europe Direct Dortmund geschieht dies durch ein großes Beratungsangebot sowie europapolitische Veranstaltungen, durch Infoständen auf Messen und Stadtfesten, aber auch über Informationsmaterialien und durch Bildungsangebote für Schulen. Die EDICs sind somit eine lokale Schnittstelle zwischen der EU und ihren Bürger_innen. Aber auch hinter den Kulissen wird im Europe Direct Dortmund fleißig gearbeitet, neben Presse- und Netzwerkarbeit agiert das Zentrum auch als „Seismograph für die EU“ und unterstützt die Arbeit vom Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission vor Ort.

Neben den allgemeinen Informationen über das Europe Direct Dortmund sollte den Studierenden auch aufgezeigt werden, welche Arbeitsbereiche das Projekt umfasst und damit verbunden, welche Kompetenzen für die Arbeit in einem Europe Direct benötigt werden. Zu den Arbeitsbereichen zählen unter anderem die politische Bildung, Veranstaltungs- und Projektmanagement, die Öffentlichkeitsarbeit/ europapolitische Kommunikationsarbeit sowie die Recherche und Informationsaufbereitung. Interessierte sollten unter anderem Kommunikationsfähigkeiten, analytische Fähigkeiten, Interdisziplinarität mitbringen sowie Organisations- und Planungstalent. Wer dies mitbringe, sei herzlich eingeladen, in die Arbeit des Europe Direct hineinzuschnuppern und sich für ein Praktikum zu bewerben.

Noch Fragen?

Das Interesse der Seminarteilnehmer_innen an Europa, der EU und der Arbeit des Europe Direct Dortmund war groß, dies zeigte sich zum Abschluss der Vorstellung auch an den zahlreichen Fragen der Studierenden an Lena Borgstedt, Leiterin des Europe Direct Dortmund. „Wie sieht dein persönlicher Werdegang aus? Und wie bist du schließlich zum EDIC Dortmund gekommen?“ „Wie läuft die Kommunikation genau mit der EU?“ „Wie sieht dein regulärer Tag aus?“ Als Antwort konnte darauf verwiesen werden, dass es keinen geregelten Tagesablauf gebe: „Fast jeden Tag schaue ich neu, was es zu erledigen gibt.“ Außerdem verwies Lena Borgstedt darauf, dass sie aus ihrer Studienzeit vor allem die Interdisziplinarität mitgenommen habe, da diese bei einem so abwechslungsreichen und vielschichtigen Aufgabenbereich einfach von Nöten sei.

23_10_2019 Vortrag TU Do

Lena Borgstedt, Leiterin des Europe Direct Dortmund, stellt die Arbeit des Europe Direct Netzwerks vor. (Vortrag „Die Europe Direct Informationszentren: Europa unter die Leute bringen“ 23.10.2019)

Text: Gerrit Zumstein, Auslandsgesellschaft.de e.V.

Foto: © Gerrit Zumstein, Auslandsgesellschaft.de e.V.