26 Jahre Visegráder Zusammenarbeit (09.03.2017)

Markó_Károly_Visegrád_upload.wikimedia.orgReferent: Zoltán Kiszelly
09.03.2017, 19:00 Uhr
Auslandsgesellschaft NRW e.V., Steinstr. 48, 44147 Dortmund
Eintritt: frei
Reihe: „Bürgerforum Europa“
Kooperationspartner: Deutsch-Ungarische Gesellschaft, Deutsch-Polnischer Länderkreis, Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft

Die Visegrád-Staaten (V4: Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn) begannen ihre Kooperation vor rund 25 Jahren, um ihre Westintegration voranzubringen. In dieser Zeit entstanden neue Ansätze, wie das Weimarer Dreieck oder die Deklaration von Austerlitz. Mit dem EU-Beitritt 2004 verfielen die V4 jedoch in einen Dornröschenschlaf. Erst die Flüchtlingsbewegung brachte neuen Schwung in die Zusammenarbeit dieser osteuropäischer Staaten. Es bleibt abzuwarten, wie lange dies anhält.
Der Name der Visegrád-Gruppe bezieht sich auf die gleichnamige ungarische Stadt am Donauknie, 40 Kilometer nördlich von Budapest, und weist auf ein historisches Treffen im Oktober 1335 hin. Damals kamen König Kasimir III. von Polen, Karl von Anjou von Ungarn und Johann I. von Böhmen zusammen, um ein politisches und wirtschaftliches Bündnis gegen die Habsburger zu schließen.
In Visegrád wurde am 15. Februar 1991 ein Abkommen von den damaligen Gründerstaaten Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei geschlossen, mit dem Ziel, die nach dem Ende des Ostblocks und des Kalten Krieges vorhandenen, großteils gemeinsamen Probleme auch gemeinsam zu lösen. Neben ihrem Interesse für einen EU- und NATO-Beitritt sowie einer verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Wirtschaft ging es der Visegrád-Gruppe auch um technische Kooperation und Fragen nationaler Minderheiten. Ein zweites Treffen der Gruppe fand am 6. Oktober 1991 in Visegrád statt. Im November 1998 haben die damaligen Regierungen bei einem Zusammenkommen in Budapest eine Wiederaufnahme der Kooperation in Form von regelmäßigen halbjährlichen Treffen beschlossen.

Der Referent:
Zoltán Kiszelly ist Politikwissenschaftler, Parteien- und Wahlforscher, Dozent an der János Kodolányi Hochschule in Budapest und früherer OSZE-Wahlbeobachter im Kosovo sowie in Russland.

Foto: Visegrád © Markó Károly_upload.wikimedia.org