Fachaustausch „Flucht und Migration in Europa“ (04.12.2017)

Flucht und MigrationAm 04.12.2017 um 14:00 Uhr wird das Europe Direct Informationszentrum Dortmund zum zweiten Mal einen Fachaustausch zu den Themen Flucht und Migration in Europa veranstalten.

Dieses Jahr wünschen wir uns eine noch engere Verzahnung und einen regen Austausch von Wissenschaft und praktischer Hilfe. Zu diesem Zweck wird die Runde in Form eines World Cafés aufgebaut sein.
Expert_innen aus Forschung und Praxis werden den Austausch und die Gespräche an insgesamt drei Cafétischen zu unterschiedlichen Fragestellungen begleiten.
Allen Teilnehmer_innen wird die Möglichkeit gegeben, alle drei Cafés zu besuchen und ins Gespräch mit den Expert_innen zu kommen.
Im Anschluss werden die Ergebnisse im Plenum zusammengetragen und diskutiert.
Wir lassen den Nachmittag bei kleinen Snacks und Getränken ausklingen, so dass Sie noch ausgiebig Möglichkeit zum Netzwerken und Austausch haben.

World Café Tisch 1:

Berichterstattung europäischer Medien zum Thema Flucht und Migration im Vergleich

Der erste Café-Tisch soll die Möglichkeit eröffnen, die Außenwahrnehmung von Flucht und Migration zu diskutieren. Folgende Fragestellungen sollen dabei im Vordergrund stehen: Was ist eigentlich das Problem? Warum spricht man von einer Krise? Wieso schwankt die Stimmung bezüglich der Aufnahme Geflüchteter? Sind es Quantitäten oder Qualitäten, die ausschlaggebend für Meinungen sind? Welche Rolle spielen Medien, Politik und v.a. soziale Netzwerke? Wie wird dies in den Medien unterschiedlicher EU-Staaten reflektiert? Gibt es eine spezielle Sicht in den staatlichen Medien einzelner Länder?

17_12_04 HallerGastegeber: Michael Haller, Prof. em. Dr. phil. leitet das Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK). Bis zu seiner Emeritierung Ende 2010 lehrte er an der Universität Leipzig, wo er den 1993 reformierten Diplomstudiengang Journalistik aufgebaut hat. Zuvor war Haller als Reporter und Redakteur in verschiedenen Pressemedien tätig, darunter 13 Jahre beim Spiegel und als Ressortleiter bei der Zeit. 

World Café Tisch 2:

Veränderungen in der praktischen Arbeit, der Versorgung und Betreuung Geflüchteter
An diesem Thementisch soll beleuchtet werden, wie sich das Arbeitsfeld im letzten Jahr verändert hat. Hat die Schließung von Unterkünften den Arbeitsablauf verändert? Und hat das abnehmende öffentlich Interesse dazu geführt, dass die Arbeit schwieriger geworden ist? Auch soll diskutiert werden, ob sich die Arbeit inhaltlich verändert hat oder sich zunehmend verändern wird. Ist bspw. die Erstversorgung zugunsten eines stärker bildungsorientierten Ansatzes zurückgefahren worden? Oder werden Maßnahmen zur Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt wichtiger als Integrationskurse? Und was bedeuten diese Veränderungen für die kommende Zeit? Welche Herausforderungen kommen auf uns zu und wie soll man auf diese reagieren?

2017_12_04 CertaGastgeberin: Christiane Certa, Diplom-Soziologin, ist seit 2000 Sozialplanerin bei der Stadt Dortmund. Ihre zentralen Themen sind die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und die Armutsbekämpfung. Sie leitet diverse teilhabeorientierte ESF-Projekte und koordiniert die „Dortmunder Gesamtstrategie Neuzuwanderung“. Hier ist sie auch bundes- und EU-weit aktiv. Derzeit entwickelt sie eine sozialräumlich orientierte Strategie gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Eines ihrer zentralen Anliegen ist die Kooperation von Akteuren unterschiedlicher Disziplinen der Verwaltung und der freien Träger auf Augenhöhe. Christiane Certa war am Aufbau des dualen Bachelorstudiengangs „Armut und (Flüchtlings-)Migration“ an der FH Dortmund beteiligt, wo sie seit 1999 Lehrbeauftragte im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften ist.

World Café Tisch 3:

Netzwerke und Austausch – Welche Möglichkeiten der Kooperation gibt es und was wird aktuell dringend benötigt?

Die Arbeit vieler freiwilliger wie staatlicher Helfer*innen war und ist vonnöten, um die Versorgung und Betreuung Geflüchteter zu gewährleisten. Doch um effizient und gut arbeiten zu können, ist Koordination und Kommunikation unersetzlich. Daher soll an diesem Thementisch das Augenmerk auf Möglichkeiten der Kooperation staatlicher wie freiwilliger und auch wissenschaftlicher Akteur*innen gelenkt werden. Welche Formen der Kooperation gibt es bereits? Und was wäre nötig, um die Arbeit weiter zu verbessern und zu optimieren? Welche Rolle kommt dabei den Wissenschaften zu, die das Phänomen der Migration und Flucht zunehmend in den Fokus nehmen?

2017_12_04 JaschewskiGastgeberin: Karola Jaschewski, Diplompädagogin und Mediatorin, ist seit 2000 bei der Stadt Dortmund tätig. Zunächst war sie im Bereich der Kinder- und Jugendförderung als Fachreferentin in den Stadtbezirken Innenstadt Nord und Eving eingesetzt; seit 2012 leitet sie die FreiwilligenAgentur der Stadt Dortmund. Die Vermittlung und Vernetzung der Organisationen mit den Freiwilligen steht im Fokus ihrer Arbeit, hier ist sie auch landesweit im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft aktiv. Sie setzt sich insbesondere für eine transparente Kooperation zwischen den Trägern, Organisationen und Ehrenamtlichen im Bereich der Flüchtlingshilfe ein und koordiniert innerhalb der Gesamtstrategie Neuzuwanderung den Arbeitsbereich “Ehrenamt”.

Moderation:

2017_12_04 BandermannKay Bandermann (Jg. 1962) ist freier Wirtschaftsjournalist für die Fernseh- und Hörfunkprogramme des WDR. Hier arbeitet er u.a. für die tägliche Regionalsendung „Lokalzeit“ sowie im Hörfunk für die zeitgeschichtliche Sendereihe „Zeitzeichen“. Er studierte von 1982 bis 1988 Journalistik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Dortmund.
Seit 1983 ist er als Journalist tätig. Er lebt in Dortmund, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit mehreren Jahren ist er Vorsitzender des Pressevereins Ruhr im Deutschen Journalistenverband (DJV).

Historie des Fachaustauschs

Bereits im Juni 2016 fanden im Zuge der Europaprojektwoche „Neue Heimat Europa? Die EU-Flüchtlingspolitik im Fokus“ Expert_innen aus verschiedensten Fachrichtungen im Europe Direct Informationszentrum Dortmund zusammen, um gemeinsam die Phänomene Flucht und Migration sowie ihre Auswirkungen auf Europa zu diskutieren. Drei der Teilnehmer_innen der ersten Expertenrunde haben sich zudem bereit erklärt, einen Einblick in ihre eigene Forschung und Arbeit zu gewähren. So wurden Texte von Dipl.-Soz. Christiane Certa, M.A. Alina Lisa Bergdieck und Dr. Simon Göbel in einem Sammelband veröffentlicht, der auch auf dem zweiten Fachaustausch 2017 vorgestellt wird.

Zielgruppe

Wir freuen uns auf die rege Teilnahme von Wissenschaftler_innen sowie staatlichen und freiwilligen Helfer_innen im Bereich Flucht und Migration.

Veranstaltungszeit und -ort

Montag, 04. Dezember 2017, um 14.00 Uhr

Europe Direct Informationszentrum Dortmund
in der Auslandsgesellschaft NRW e.V.
Großer Saal, Ebene 3
Steinstr. 48
44147 Dortmund

Anmeldung und Eintritt

Der Eintritt ist frei.
Die Teilnahmezahlen sind begrenzt.
Eine vorherige Anmeldung ist daher erforderlich.
Bitte richten Sie diese an Teodora Yankova: yankova@agnrw.de oder 0231 83800 54.

Kooperationspartner

Auslandsgesellschaft NRW e.V.

Stadt Dortmund

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Foto: © http://ec.europa.eu/avservices/ Fotograf: Alain Schroeder