1914-2014: Gründe für den Ersten Weltkrieg und die Folgen (19.03.2015)

1914-2014: Gründe für den Ersten Weltkrieg und die Folgen (19.03.2015)

Vortrag mit Diskussion:
György Dalos

In Kooperation mit der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft

19.03.2015, 19:00 Uhr

Ort: Auslandsgesellschaft NRW e.V.
Steinstr. 48, Dortmund
Eintritt frei

In die Erforschung der Ursachen des Ersten Weltkrieges ist Bewegung gekommen. Historiker blicken nicht mehr nur vorrangig nach Berlin, um die Ursachen des großen Krieges zu erklären, sondern verstärkt auch wieder nach Wien, St. Petersburg, Paris und London. Das bedeutet nicht, dass die europäischen Großmächte gemeinsam gleichsam schlafwandlerisch in die Katastrophe hineingeschlittert sind.

Die Ursachen des Ersten Weltkriegs gehören zu den historischen Rätseln, die auch hundert Jahre später noch die Gemüter bewegen. Europa stürzte im Sommer 1914 in den Abgrund eines Gemetzels, das rund zehn Millionen Soldaten und mehr als sechs Millionen Zivilisten das Leben kostete. Wie es dazu kommen konnte, ob der Weg dorthin lang oder kurz, gewunden oder gerade war – darüber streiten die Historiker bis heute.

Genauer gesagt: Sie streiten wieder. In den ersten fünfzig Jahren nach 1914 hatten sich die verschiedenen Länder die Schuld für den Ausbruch des Krieges gegenseitig in die Schuhe geschoben. Österreich machte Serbien verantwortlich. Deutschland hielt Russland für schuldig. In England und Frankreich zeigte man mit dem Finger auf Deutschland.

In den folgenden fünfzig Jahren setzte sich jedoch – ausgehend von den Thesen des Hamburger Historikers Fritz Fischer – auch in Deutschland die Sichtweise durch, das Reich trage zwar nicht die Alleinschuld, aber doch den entscheidenden Anteil der Verantwortung. Wer die Ursprünge des Ersten Weltkriegs verstehen wolle, so der Konsens, der müsse nach Berlin schauen.

Der ungarische Historiker und Schriftsteller György Dalos blickt in seinem Vortrag vor allem auf jene Ursachen des Ersten Weltkrieges, die mit dem Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zusammenhängen.

Foto György Dalos