EU Förderung vor Ort – flowAR: Kreativität zwischen hybridem Raum und IGA 2027

EU Förderung vor Ort – flowAR: Kreativität zwischen hybridem Raum und IGA 2027

Im Rahmen des EFRE Programms in Nordrhein-Westfalen werden Projekte gefördert, die technologische Innovation mit praktischen Anwendungen in der Region verbinden. Dazu zählt auch das Vorhaben „flowAR“ am Lehrstuhl Digitale Transformation der TU Dortmund. Ziel des Projekts ist es, digitale und physische Communities zusammenzubringen und gemeinsam immersive Kunstwerke zu gestalten, die unter anderem im Kontext der Internationalen Gartenausstellung IGA 2027 sichtbar werden sollen. Wir haben hierzu mit Mitgliedern des Projektteams der TU Dortmund gesprochen. Vorab einige Fakten zum Projekt.

Steckbrief

Name des Projekts: flowAR – Aufblühen kollektiver Kreativität in physisch und digital agierenden Communities
Träger: Technische Universität Dortmund (Konsortialführung)
Projektpartner: Lehrstuhl Interaktive Systeme der Universität Duisburg Essen; Northdocks GmbH; Digitale Kultur Dortmund; TNL GmbH Design und Illumination; IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH
Ziel des Projekts: Entwicklung eines AR basierten Authoring Tools sowie hybrider Community Formate zur gemeinsamen Erstellung immersiver Artefakte im Kontext von Nachhaltigkeit, Ästhetik und Stadtentwicklung
Förderprogramm: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) – NEXT.IN.NRW
Projektmaßnahmen: Entwicklung eines niederschwelligen AR Authoring Tools; Identifikation und Einbindung verschiedener Communities; Aufbau hybrider Beteiligungsformate; iterative Tests im Umfeld der IGA 2027; wissenschaftliche Analyse von Interaktionen in hybriden Räumen; Entwicklung von Gestaltungsempfehlungen für zukünftige Anwendungen.

Interview

Worum geht es in Ihrem Projekt?
flowAR möchte Bürgerinnen und Bürger befähigen, aktiv an der Gestaltung digitaler und physischer Artefakte mitzuwirken. Ausgangspunkt sind bestehende Communities, die sich zu Themen wie Nachhaltigkeit, Naturbewusstsein oder Kunst austauschen. Diese Gruppen sollen in ein hybrides System überführt werden, in dem digitale Werkzeuge genutzt werden, um gemeinsam Inhalte zu entwickeln, die später auf der IGA 2027 sichtbar sind. Die IGA dient dabei als Reallabor, in dem verschiedene Formate erprobt werden. Es geht darum, Communities aus rein digitalen oder rein physischen Kontexten heraus in ein gemeinsames hybrides Erlebnis zu bringen.

An wen richtet sich das Projekt?
Die Zielgruppen sind bewusst breit angelegt, aber nicht anonym. Im Fokus stehen konkrete Communities wie Schulklassen, Kleingartenvereine oder online organisierte Gruppen, die sich mit Nachhaltigkeit und Ästhetik beschäftigen. Diese sollen mit passenden Formaten abgeholt und schrittweise in den IGA Kontext geführt werden. flowAR richtet sich somit nicht nur an IGA Besuchende, sondern an bestehende Communities im Ruhrgebiet, die Themen inhaltlich vertiefen und aktiv mitgestalten möchten.

Was ist Ihre Rolle im Projekt?
Der Lehrstuhl Digitale Transformation führt das Konsortium und hat das Projekt konzipiert. Die Grundlage stammt aus einem Vorgängerprojekt, in dem zunächst mit einer kleinen Zielgruppe gearbeitet wurde. Auf dieser Basis wurde die Idee weiterentwickelt. Die Rolle der TU Dortmund umfasst die wissenschaftlich technische Entwicklung, die Koordination der Partner und die Analyse hybrider Interaktionen. Besonders spannend ist die Frage, wie Zusammenarbeit aussieht, wenn Menschen gleichzeitig in virtuellen und physischen Umgebungen agieren und dennoch gemeinsame Artefakte schaffen.

Welche Hürden gibt es bei der Verbindung von digitaler und physischer Welt?
Das Projekt befindet sich noch früh in der Umsetzung, konkrete technische Hürden werden sich vor allem in den ersten Prototypen zeigen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Zugänge sehr niederschwellig gestaltet werden müssen. Wenn Registrierung und technische Einstiegsbarrieren zu hoch sind, sinkt die Bereitschaft zur Teilnahme. Gleichzeitig ist unklar, wie digitale Beiträge später in physische Installationen überführt werden und umgekehrt. Der Übergang zwischen beiden Umgebungen ist sowohl technisch als auch organisatorisch herausfordernd und wird ein zentraler Fokus der kommenden Projektphasen sein.

Was macht das Projekt besonders?
Besonders ist der hybride Charakter. flowAR verbindet digitale Plattformen, AR Technologien und physische Ausstellungsräume zu einem gemeinsamen Beteiligungsprozess. Denkbar sind großformatige Installationen, die aus vielen einzelnen Beiträgen bestehen und das Potenzial haben, zu einem der größten kollektiven Kunstwerke im Rahmen der IGA zu werden. Ein weiterer Aspekt ist die aktive Rolle der Bürgerinnen und Bürger. Sie können selbst Themen setzen und Artefakte gestalten, statt reine Betrachtende zu sein. Zudem bestehen Anknüpfungspunkte zu Dortmunder Kulturinstitutionen wie dem Dortmunder U, wodurch sich Möglichkeiten für zukünftige Formate ergeben.

Welche langfristige Perspektive hat das Projekt?
Obwohl die IGA 2027 ein zentraler Meilenstein ist, reicht der Projektzeitraum darüber hinaus. Während der Gartenschau sollen verschiedene Formate getestet werden, um daraus Erkenntnisse abzuleiten. Langfristig sollen Gestaltungsempfehlungen entstehen, wie hybride Beteiligungsformate in anderen Kontexten umgesetzt werden können. Die digitalen Artefakte bleiben nach 2027 erhalten und können weiterbearbeitet oder in musealen Kontexten genutzt werden. Partner aus Stadt und Kultur sehen Potenziale für Anschlussprojekte und Übertragungen in andere Ausstellungs und Beteiligungsformate.

Wie kam die EU Förderung zustande? Wie gestaltete sich der Prozess?
flowAR wurde im Rahmen des EFRE Programms NEXT.IN.NRW gefördert. Die Ausschreibung zielte auf Projekte, die neue Technologien mit kulturellen oder sozialen Anwendungen verbinden. Der Ansatz, Augmented Reality, immersive Medien und Kulturaspekte zu verknüpfen, passte gut zu den Förderschwerpunkten. Der Antragsprozess wurde als handhabbar beschrieben. Wichtig war eine klare Strukturierung der Arbeitspakete und eine durchdachte Kostenplanung. Unterstützend wirkte die enge Abstimmung mit dem Projektträger, der transparent kommunizierte und bei der Antragstellung begleitete.