EU-Förderung vor Ort: HAGEN.ZEITREISEN

EU-Förderung vor Ort: HAGEN.ZEITREISEN

Im Rahmen von Erlebnis.NRW des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden innovative Projekte gefördert, die digitalen Tourismus in Nordrhein-Westfalen stärken. So hat auch das Projekt „HAGEN.ZEITREISEN von HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG GmbH von einer EFRE-Förderung unter Erlebnis.NRW profitiert.

Das Projekt richtet sich an alle, die mehr über Hagen und seine Geschichte lernen wollen. Es zielt darauf ab, eine Stadtführung zu gestalten, bei der Teilnehmende nicht nur das Hagen von Heute, sondern auch das der 1920er Jahre kennenlernen. Dazu wird eine hybride Stadtführung entwickelt, bei der mit Hilfe von Virtual Reality zentrale Plätze der 1920er Jahre im Stadtraum wieder erlebbar gemacht werden. Wir haben mit Nils Milke aus dem Projektteam von HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG GmbH über das Projekt gesprochen.

Steckbrief:

Name des Projekts: HAGEN.ZEITREISEN

Träger: HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG GmbH

Kooperationspartner: Osthaus Museum Hagen, Stadtarchiv Hagen, viality AG sowie Hagener Heimatbund e.V.

Ziel des Projekts:

Mit HAGEN.ZEITREISEN – Zurück in die Goldenen Zwanziger wollen wir die Stadtgeschichte Hagens neu erlebbar machen. Da das historische Stadtbild durch Industrialisierung, Konflikte und Strukturwandel weitgehend verloren gegangen ist, lassen sich viele Aspekte heute nicht mehr direkt zeigen. Unser Ziel ist es deshalb, prägende Momente der 1920er Jahre wieder aufleben zu lassen, kombiniert mit einer klassischen Stadtführung und immersiven Virtual-Reality-Erlebnissen.

Projektmaßnahmen:

Mithilfe von Virtual Reality lassen wir zentrale Plätze der 1920er Jahre im Stadtraum wieder auferstehen. In Kombination mit Storytelling durch einen zertifizierten Stadtführer entsteht so ein innovatives Führungsangebot, das auch neue Zielgruppen anspricht und die Vergangenheit unmittelbar erlebbar macht.

Förderung/Finanzierung: 269.000 € Förderung

Interview:

Nils Milke. Foto: HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG GmbH

Herr Milke, worum geht es in Ihrem Projekt?

Hagen wurde im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört. Daher hat Hagen leider gar keine alten Gebäude oder eine Altstadt. Jetzt haben wir die zwanziger Jahre im neuen Jahrhundert erreicht und uns entschieden mit unserem Projekt, eine Zeitreise in die 1920er Jahre zurück machen zu wollen. Hagen hatte in den 20er Jahren sehr viel zu bieten, zum Beispiel wirklich eindrucksvolle Gebäude. Außerdem war und ist Hagen ein großer Industriestandort. Von den Gebäuden ist heute kaum etwas übriggeblieben. Wir möchten mit unserer Stadtführung Interessierten die Möglichkeit geben, das Hagen der Vergangenheit zu erleben. Ermöglichen wollen wir das durch die Entwicklung einer hybriden Stadtführung. Bei dieser besuchen Interessierte zusammen mit einem/einer Gästeführer:in verschiedene Orte in Hagen und haben an diesen die Möglichkeit, mit VR-Brillen in eine vergangene Zeit einzutauchen und das Hagen der 1920er Jahre auf sich wirken zu lassen. Beispielsweise wird es möglich sein, durch Bewegtbilder das Geschehen auf dem alten Marktplatz zu beobachten. Die Führung bekommt ihren roten Faden durch eine Protagonistin, die einen virtuell durch die Stadt begleitet.

An wen richtet sich das Projekt?

Die bisherigen Stadtführungen in Hagen sind klassische Innenstadtrundgänge und sprechen eher eine ältere Zielgruppe an. Mit unserem Projekt möchten wir eine Stadtführung gestalten, die auch das Interesse einer jüngeren Zielgruppe weckt. Daher richtet sich HAGEN.ZEITREISEN hauptsächlich an eine junge, digital affine Gruppe, an junge Menschen, die erlebnisorientiert und bereit für Neues sind. Aber natürlich auch an ältere Generationen und unsere bisherige Zielgruppe. Das Ziel ist es, die Stadtführung möglichst barrierearm zu gestalten, so dass alle Interessierten daran teilnehmen können. Wir gehen davon aus, dass die hybride Stadtführung spannend für Tourist:innen ist.

Wer profitiert von dem Projekt?

Von dem Projekt profitieren vor allem die Stadt Hagen selbst sowie der Tourismus insgesamt. Das Projekt schafft ein innovatives und attraktives Angebot, das sowohl Gäste als auch Einheimische neu für die Stadtgeschichte begeistert und in die Stadt zieht. Es profitieren auch alle, die sich für die Kultur und Geschichte (der Stadt Hagen) interessieren.

Stadtführung. Foto: HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG GmbH

Was ist Ihre Rolle im Projekt?

Meine Aufgaben sind die Vorbereitung und Ausarbeitung der Arbeitspakete und des Förderantrags. Ich kümmere mich um die Qualitätskontrolle und sorge für einen reibungslosen Ablauf. Außerdem mache ich gerade eine Ausbildung zum Gästeführer, damit ich später selber Touren leiten und Schulungen für neue Stadtführer durchführen kann.

Wir als HAGEN.WIRTSCHAFTSENTICKLUNG finden zudem Unterstützung durch unsere Kooperationspartner*innen. Eine zentrale Rolle spielt auch das Osthaus Museum Hagen, das seine Expertise und Perspektive in die inhaltliche Gestaltung einbringt. Zudem greifen wir auf die Bestände des Stadtarchivs Hagen und das Wissen des Hagener Heimatbundes e.V. zurück. Für die technische Umsetzung und Visualisierung unserer Ideen unterstützt uns die viality AG aus Dortmund.

Was macht das Projekt besonders?

Foto: HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG GmbH

Das Besondere an unserem Projekt ist, dass wir ein hybrides Angebot entwickeln. Eine Kombination aus klassischer Stadtführung, Storytelling und modernster Virtual-Reality-Technologie. Wir schaffen einen Weg den Kontrast zwischen der Vergangenheit und Gegenwart erlebbar zu machen. Während Stadtgeschichte in Hagen im heutigen Stadtbild oft kaum noch sichtbar ist, lassen wir zentrale Orte der 1920er Jahre in 360°-Rekonstruktionen wieder auferstehen. Beim Aufsetzen der Brille erwartet die Teilnehmenden eine positive Irritation und eine Reise in die Vergangenheit.

Wodurch kam die EU-Förderung zustande? Wie gestaltete sich der Prozess?

Nachdem wir uns entschieden hatten, uns mit dem Projekt HAGEN.ZEITREISEN für eine Förderung zu bewerben, musste die Idee ausgearbeitet werden. Der Prozess war geprägt von enger Abstimmung mit lokalen Partnern und den Förderstellen. Durch die Kombination von historischer Tiefe, innovativer Technologie und touristischer Relevanz konnten wir ein Konzept vorlegen, das die Anforderungen von Erlebnis.NRW erfüllt und nachhaltige Impulse für die Region setzt. Das Projekt ist außerdem so gestaltet, dass es zum einen spannend für Hagener:innen ist, zum anderen aber auch für Touristen ein attraktives Angebot ist. Ohne die Förderung wäre es schwierig gewesen, das Projekt in diesem Umfang zu realisieren. Durch das Förderprogramm des EFRE haben wir die finanziellen Mittel unsere Ideen umzusetzen.

Nachdem wir die Zusage für die Förderung bekommen hatten, haben wir uns von verschiedenen Anbietern Angebote eingeholt. Zu Beginn standen natürlich auch einige organisatorische Schritte an, wie das Einreichen des Antrags und die Vorbereitung der Arbeitspakete. Inzwischen befinden wir uns mitten in der Umsetzung und arbeiten gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern an der hybriden Stadtführung, auf die wir uns sehr freuen. Durch Gespräche mit Kooperationspartnern haben wir herausgearbeitet, welches die relevanten Themen sind. Mit diesen Themen arbeiten wir nun an einer Storyline und erstellen parallel entsprechende Inhalte. Der Start für die Stadtführungen ist an den Zeitrahmen des EFRE angepasst, erste Führungen sind für den Sommer 2026 geplant.

Titelfoto: HAGEN.WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG GmbH

Text: Johanna Nickell