EU-Förderung vor Ort – Von Gärten, Menschen und Halden
Im Rahmen von Erlebnis.NRW des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden innovative Projekte gefördert, die nachhaltigen digitalen Tourismus in Nordrhein-Westfalen stärken. So hat auch das Projekt „Von Gärten, Menschen und Halden“ vom LWL-Museum Zeche Zollern von einer EFRE-Förderung unter Erlebnis.NRW profitiert.
Das Projekt richtet sich an alle, die mehr über Industriekultur lernen und die Umgebung des LWL-Museums Zeche Zollern eigenständig erkunden wollen. Es zielt darauf ab, die Umgebung des Museums zu erschließen und neue Perspektiven zu integrieren. Dazu wird eine App entwickelt, mit der Interessierte die Umgebung des Museums eigenständig und interaktiv erkunden können. Wir haben mit dem Projektteam, bestehend aus Anna Tijsterman und Katharina Saprygin vom LWL-Museum Zeche Zollern über das Projekt gesprochen.
Steckbrief:
Name des Projekts: „Von Gärten, Menschen und Halden“
Träger: LWL-Museum Zeche Zollern
Projektmaßnahmen:
- Erschließung des direkten Museums Umfeld für touristische Expeditionen
- Bisher unerschlossene Inhalte zur Halde und zur Siedlung wissenschaftlich aufbereitet und mithilfe multimedialer Formate vermittelt.
- Hauptzielgruppen für das Angebot sind Tourist:innen und die Expeditiven, eine junge, technikaffine und dynamische Gruppe.
- Ziel ist es, ihnen einen offenen und individuellen Zugang zum Museumsumfeld zu bieten, der kostenlos und unabhängig vom Museumsbesuch erlebt werden kann.
Ziel des Projekts:
- Erschließung des direkten Museums Umfeld für touristische Expeditionen
- Bisher unerschlossene Inhalte zur Halde und zur Siedlung wissenschaftlich aufbereitet und mithilfe multimedialer Formate vermittelt.
- Hauptzielgruppen für das Angebot sind Tourist:innen und die Expeditiven, eine junge, technikaffine und dynamische Gruppe.
- Ziel ist es, ihnen einen offenen und individuellen Zugang zum Museumsumfeld zu bieten, der kostenlos und unabhängig vom Museumsbesuch erlebt werden kann.
Förderung/Finanzierung:
Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt zwischen 2024 und 2027 insgesamt 425.000Euro. Davon stammen 170.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und 170.000 Euro vom Land NRW. Der Eigenanteil in Höhe von etwa 85.000 Euro wird aus zentralen Mitteln der LWL-Museen für Industriekultur finanziert
Interview mit dem Projektteam:
Worum geht es in Ihrem Projekt?
Bei dem Projekt „Von Gärten, Menschen und Halden“ geht es darum, das Museumsumfeld für Besucher:innen und Tourist:innen zu erschließen. Bisher konnte die Umgebung nur durch Führungen kennengelernt werden. Das Museum entwickelt nun eine App, die es Besucher:innen und Interessierten kostenlos ermöglicht, das Gelände auf eigene Faust zu erkunden. Die App liefert Informationen über die Umgebung und die Geschichte. Außerdem kann durch interaktive Elemente wie z. B. durch ein Quiz, Umfragen, Pflanzenscanner und digitales Geocaching die Umgebung spielerisch erkundet werden.
Es wird zwei Rundgänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten geben. Der erste Rundgang führt durch die Arbeitersiedlung „Kolonie Landwehr“. Dieser greift an verschiedenen Gebäuden sozialgeschichtliche Themen auf. Eines dieser Themen ist das Leben und die unbezahlte Arbeit der Bergarbeiterfrauen. Durch den zweiten Rundgang haben Interessierte die Möglichkeit, die Halde Zollern besser kennenzulernen. Der Fokus dieses Rundgangs wird auf ökologischen Auswirkungen der Zechen liegen.
An wen richtet sich das Projekt?
Grundsätzlich können alle, die möchten, die App nutzen. Insbesondere richtet sich das Projekt an eine neue, junge, dynamische und technikaffine Zielgruppe. Die Expeditiven sind digital unterwegs, wollen Herausforderungen und sind an gesellschaftlichen Fragestellungen interessiert. Die Zielgruppe soll vor allem durch die interaktiven Elemente begeistert werden. Wir möchten aber auch unsere bisherige Zielgruppe erreichen. Im Museum wird es Informationen und den QR-Code zum Herunterladen der App geben. Außerdem sollen nationale und internationale Tourist:innen im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) angesprochen werden. Damit die App für alle zugänglich ist, wird diese in mehrere Sprachen übersetzt.
Was ist Ihre Rolle im Projekt?
Ich (Anna Tijsterman) bin die Projektleitung von „Von Gärten, Menschen und Halden“. Meine Aufgaben sind zum einen, das Projekt zu organisieren, Kontakt mit Kooperationspartner:innen zu halten, und ich kümmere mich auch um EU-Finanzierung im Rahmen des EFRE. Dafür stelle ich zum einen die Anträge und zum anderen schreibe ich die Sachberichte. Zusammen mit Katharina Saprygin kümmere ich mich außerdem um die Recherche und die konzeptuelle und inhaltliche Vorbereitung der App. Wir recherchieren in Archiven zu den verschiedenen Themen und sammeln Bilder für die visuellen Elemente der App.
Was macht das Projekt besonders?
Was das Projekt besonders macht, ist auf jeden Fall, dass bisher nicht so ausgearbeitete Narrative aufgegriffen werden. Zum Beispiel greifen wir die Leistung der Bergarbeiterfrauen auf, die sonst meistens vergessen wird. Außerdem die ökologischen Auswirkungen der Zechen, die in der Industriegeschichte oft wenig Beachtung bekommen. In der App-Entwicklung werden diese Aspekte aufgegriffen und es wird versucht, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser Themen zu verbinden. Durch die Frage nach dem „Was machen wir morgen?“ schließt das Projekt auch an das Motto „Wie wollen wir morgen leben?“ der IGA an. Das Ziel des Projektes ist es, nicht nur die Vergangenheit zu erläutern, sondern die Themen auch auf die Gegenwart zu beziehen und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Die Hoffnung ist es, durch die Reflektion der Themen Handlungskompetenzen bei den Nutzenden zu schaffen und gesellschaftlich relevante Diskussionen aufzugreifen. Wir hoffen, dass die App die Menschen dazu anregt, sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen, und natürlich, dass sie Spaß haben.
Eine andere Besonderheit ist, dass man die Rundgänge machen kann, ohne das Museumsgelände zu betreten, und dadurch zeitlich flexibel ist. Wir versuchen auch, besonders barrierearm zu sein, damit jede:r die Rundgänge machen kann. Jede:r kann selber entscheiden, ob er oder sie die interaktiven Funktionen der App nutzen möchte und wie viele Informationen einen an den einzelnen Stationen interessieren. So ist es möglich, die App individuell nach eigenen Bedürfnissen für sich zu nutzen.
Wodurch kam die EU-Förderung zustande?
Die Förderung ist über die IGA zustande gekommen. Die Idee für das Projekt und erste Schritte für die Umsetzung gibt es schon seit einigen Jahren. Mit der Projektskizze haben wir uns dann bei der IGA beworben und wurden angenommen. Im Zuge dessen haben wir uns für Erlebnis.NRW von EFRE beworben, da es dabei um innovativen Tourismus über digitale Zugänge geht und die Idee der App da sehr gut reinpasst. Durch die Förderung haben wir jetzt die Möglichkeit, die App zu gestalten und unsere Ideen umzusetzen.
Titelfoto: LWL-Industriemuseum
Text: Johanna Nickell



