EU vor Ort: Grüner Ring-ein neuer Park im Dortmunder Norden
Im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden in Nordrhein-Westfalen Vorhaben gefördert, die Forschung und Praxis zusammenbringen. Das Projekt Grüner Ring Westfalenhütte stärkt nicht nur den Naturschutz, sondern bringt Menschen aus der Umgebung zusammen und schafft einen Raum des Austauschs. Ziel dabei ist es, auf etwa 34 Hektar Angebote für Sport, Freizeit und Erholung entstehen zu lassen. Zusätzlich soll auch der Fuß- und Radverkehr durch neue Verbindungen gefördert werden. Wir haben hierzu mit einem Mitglied des Projektteams gesprochen. Vorab die wichtigsten Fakten zum Projekt.
Steckbrief:
Name des Projekts: Grüner Ring Westfalenhütte
Träger: Stadt Dortmund – Amt für Stadterneuerung
Evtl. Kooperationspartner: ThyssenKrupp Steel Europe, Atelier Loidl (Landschaftsarchitektur), Greenbox Landschaftsarchitekten, plan-lokal (Bürgerbeteiligung), BPD Immobilienentwicklung (Karlsquartier), Grünflächenamt der Stadt Dortmund
Ziel des Projekts: Umwandlung eines ehemaligen Industrieareals in einen öffentlich zugänglichen Grün- und Freizeitraum sowie Verbesserung der Lebensqualität, der Naherholung und der ökologischen Qualität in der Dortmunder Nordstadt.
Projektmaßnahmen: Entwicklung eines öffentlichen Parks mit Freizeit- und Sportangeboten, neuen Fuß- und Radwegen sowie Maßnahmen zur Bodensanierung und Klimaanpassung.
Förderung/Finanzierung: EFRE-Förderung (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung): Programm „Wohnviertel im Wandel“ und „Grüne Infrastruktur“. Zusätzliche Förderung über die Förderrichtlinie Nahmobilität (beantragt).
Interview
- Worum geht es in Ihrem Projekt?
Der Grüne Ring Westfalenhütte ist ein Stadtentwicklungsprojekt in der Dortmunder Nordstadt. Auf dem ehemaligen Industriegelände der Westfalenhütte entsteht ein etwa 34 Hektar großer öffentlicher Park mit Grünflächen, Spiel- und Sportangeboten sowie neuen Fuß- und Radwegen. Ziel ist es, die bislang abgeschottete Industriefläche für die Bevölkerung zugänglich zu machen und neue Aufenthaltsqualitäten zu schaffen.
- Wie ist die Idee entstanden?
Die Idee entstand im Rahmen eines integrierten Handlungskonzepts für die Westfalenhütte, das die Entwicklung von rund 400 Hektar des ehemaligen Industrieareals umfasst. Der Grüne Ring ist ein Teil dieses Gesamtkonzepts, zu dem außerdem Wohnungsbau, Gewerbeflächen, Verkehrsmaßnahmen und die Erweiterung der Stadtbahn gehören.
- An wen richtet sich das Projekt? oder Wer profitiert vom Projekt?
Hauptzielgruppe sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Dortmunder Nordstadt sowie die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner des geplanten Karlsquartiers. Profitieren sollen insbesondere Menschen, denen bislang nur wenige wohnortnahe Grün- und Freizeitflächen zur Verfügung stehen. Das Projekt soll viele verschiedene Interessen ansprechen und die Aufenthaltsqualitäten der Nordstadt steigern. Darüber hinaus soll der Park Besucherinnen und Besucher aus ganz Dortmund anziehen und Menschen miteinander vernetzen.
- Was ist Ihre Rolle im Projekt?
Das Aufgabengebiet von Frau Kruber und dem Amt für Stadterneuerung umfasst die Akquise von Fördermitteln, die finanzielle Überwachung und die übergeordnete Steuerung des Projekts, die Abstimmung mit relevanten Akteuren sowie die Organisation von Beteiligungsverfahren für die Öffentlichkeit.
- Was macht das Projekt besonders? Was ist ein Alleinstellungsmerkmal?
Besonders ist die Transformation einer ehemaligen Industriefläche in einen öffentlich zugänglichen Natur- und Freizeitraum. Wo früher Stahlindustrie und abgesperrte Werksgelände waren, entstehen nun Grünflächen, Sport- und Spielangebote sowie Lebensräume für Tiere. Zusätzlich verbindet das Projekt Klimaanpassung, Naturschutz, Freizeitnutzung und Stadtentwicklung auf einer außergewöhnlich großen innerstädtischen Fläche.
- Welche Hürden gibt es zu bewältigen?
Zu den größten Herausforderungen des Projekts gehören die aufwendige Bodensanierung des ehemaligen Industriegeländes sowie die komplexe Baustellenlogistik. Zeitweise müssen große Mengen belasteter Böden bewegt werden, was einen hohen Koordinationsaufwand und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen verursacht. Hinzu kommt die Abstimmung mit Thyssenkrupp als aktuellem Flächeneigentümer, die Koordination mit parallelen Großprojekten wie dem Bau des Karlsquartiers, der Hoeschallee und der Stadtbahnerweiterung sowie die Verwaltung der Gelder aus verschiedenen Förderprogrammen.
- Welche langfristige Perspektive hat das Projekt?
Der Grüne Ring soll langfristig einen zusammenhängenden Parkring bilden und die Entwicklung der gesamten Westfalenhütte unterstützen. Bis Ende 2028 sollen wesentliche Teile fertiggestellt sein. Langfristig entsteht ein neuer Grün- und Erholungsraum mit Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsangeboten, der die Nordstadt dauerhaft aufwertet und die Lebensqualität verbessert.
- Wodurch kam die EU-Förderung zustande? Wie gestaltete sich der Prozess?
Die Förderung erfolgte über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Projekt passte sehr gut zu den Förderprogrammen „Wohnviertel im Wandel“ und „Grüne Infrastruktur“. Die Stadt Dortmund beantragte die Mittel und erhielt Förderzusagen in Höhe von: 17,3 Millionen Euro aus „Wohnviertel im Wandel“ und 7,6 Millionen Euro aus „Grüne Infrastruktur“. Zusätzlich wurde eine weitere Förderung über die Förderrichtlinie Nahmobilität beantragt. Eine Entscheidung steht hierzu noch aus.
- Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Ihrem Projekt?
Ein wesentlicher Schwerpunkt des Projekts liegt auf der nachhaltigen Stadtentwicklung. Hierzu gehören die Umwandlung einer Industriebrache in eine Grünfläche, Maßnahmen zur Klimaanpassung, die Schaffung ökologisch wertvoller Lebensräume für Tierarten wie Kreuzkröten und Nachtigallen, ein zukunftsorientiertes Regenwassermanagement mit Retentionsflächen sowie die Förderung des Fuß- und Radverkehrs. Darüber hinaus sind Urban-Gardening-Flächen vorgesehen. Die Maßnahmen tragen insgesamt zu einer langfristigen Verbesserung des Stadtklimas und der Aufenthaltsqualität bei.




