Europa im digitalen Ernstfall: Sicherheit im Zeitalter von Cyberangriffen

Europa im digitalen Ernstfall: Sicherheit im Zeitalter von Cyberangriffen

Mit der Veranstaltung „Europa im digitalen Ernstfall: Sicherheit im Zeitalter von Cyberangriffen“ ist am 23. September die vierteilige Veranstaltungsreihe „Europa unter Druck“  gestartet. Laura Christoph, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektmanagerin am Institut für Europäische Politik (IEP) und Mitglied im Speakers-Pool Team EUROPE DIRECT der Europäischen Kommission und IT-Sicherheitsexperte Thorsten Schreiber, IT-Ingenieur mit Schwerpunkt IT-Sicherheit und Technischer Produktmanager bei VMRay, beleuchteten aktuelle Cyberbedrohungen und die Frage, wie Europa und seine Mitgliedstaaten damit umgehen. 

Deutlich wurde: Cyberangriffe werden häufiger und zunehmend niedrigschwellig. Dabei geht es längst nicht mehr nur um technische Schäden. Angriffe auf Verwaltungen, Unternehmen oder kritische Infrastrukturen können den Alltag der Menschen unmittelbar beeinträchtigen und dazu beitragen, Unsicherheit in der Gesellschaft zu erzeugen. An aktuellen Beispielen aus Deutschland, unter anderem Cyberangriffen auf Berliner Verwaltungen, wurde gezeigt, wie digitale Angriffe öffentliche Abläufe beeinträchtigen können.

Laura Christoph stellte heraus, dass Cybersicherheit deshalb nicht allein als staatliche Aufgabe verstanden werden sollte. Auch Wirtschaft und Gesellschaft müssten stärker einbezogen werden. Gleichzeitig könne Deutschland von den Erfahrungen anderer EU-Mitgliedstaaten lernen. Eine engere europäische Zusammenarbeit, etwa beim Informationsaustausch und bei der gemeinsamen Vorbereitung auf Krisen, sei dabei entscheidend.

Thorsten Schreiber zeigte aus technischer Perspektive, wie aus einem einzelnen IT-Vorfall ein größerer gesellschaftlicher Ernstfall entstehen kann. Angesichts der zunehmenden Zahl und Niedrigschwelligkeit von Cyberangriffen müsse Cybersicherheit einen höheren Stellenwert erhalten. An Vorsorge und den notwendigen finanziellen Mitteln für den Schutz digitaler Systeme dürfe nicht gespart werden.

In der anschließenden Diskussion wurden konkrete Beispiele und die Auswirkungen von Cyberangriffen auf den Alltag aufgegriffen. Dabei wurde deutlich, dass digitale Sicherheit eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ist und europäische Zusammenarbeit dabei eine wichtige Rolle spielt.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt der Reihe „Europa unter Druck“, die aktuelle Herausforderungen für die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit Europas aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. In den kommenden Veranstaltungen stehen weitere Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Diplomatie und Militär im Mittelpunkt.

In Kooperation: EUROPE DIRECT Dortmund, Auslandsgesellschaft.de (Träger des EUROPE DIRECT Dortmund), VHS Dortmund

Fotos: EUROPE DIRECT Dortmund/Adelina Vrenezi