Rüdiger von Fritsch: Welt im Umbruch. Perspektiven für Europa. (17.09.2025)

Rüdiger von Fritsch: Welt im Umbruch. Perspektiven für Europa. (17.09.2025)

“Wir dürfen nicht in Putins Angstfalle tappen”

Botschafter a.D. Rüdiger von Fritsch über den Krieg in der Ukraine

Rüdiger von Fritsch, ehemaliger deutscher Botschafter in Moskau, ist ein großer Kenner Putins. Im Rathaus sprach er auf Einladung der Auslandsgesellschaft über seine Erfahrungen mit ihm. Es gehe dem russischen Herrscher um den Zusammenbruch des alten russischen Reiches. Das wolle er wieder herstellen. Putin sei ein Meister der Taktik. Eine Chance des Einlenkens von Putin sei nur aus einer Position der Stärke möglich. Dessen solle sich Europa unbedingt bewusst sein und auf diese eigene Stärke, die Europa mehrmals in Krisen bewiesen habe, bauen. Rüdiger von Fritsch hinterließ in seinem Vortrag die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem optimistischen Blick auf die Zukunft: “Wir sind fähig zum Wandel und haben immer wieder bewiesen, was wir können. Wir haben die Pflicht zum Optimismus.”

Foto: Thomas Mayer

Die Sanktionen, so der Botschafter a.D. seien der richtige Weg gewesen. Der wirtschaftliche Druck auf die Regierung werde zunehmend größer. Der russische Haushalt, der zurzeit 41 Prozent für den Krieg ausgibt, könne das nicht mehr lange aufrechterhalten.  Er mahnte, die Drohkulissen des Kremls nicht zu einer Angstfalle für den Westen werden zu lassen, weil Putin gezielt mit der Angst vor einer Ausweitung des Krieges droht. Fritsch: “Wir dürfen nicht in Putins Falle tappen.”

Titelfoto: Auslandsgesellschaft