Is the Atlantic Growing Wider? The Future of the U.S.-European Partnership (06.11.2025)
Ein Jahr nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten zogen wir gemeinsam mit dem AmerikaHaus NRW e.V. und dem Team Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund Bilanz. Zu Gast waren die ehemaligen US-Kongressabgeordneten Fred Upton (REP) und Mike Capuano (DEM), die gemeinsam über den Zustand und die Zukunft der transatlantischen Beziehungen sprachen. Kurz nach den Wahlen in New York und weiteren US-Bundesstaaten drehte sich vieles um die politische Stimmung in den Vereinigten Staaten und ihre Auswirkungen auf Europa.

Die Diskussion der beiden US-Kongressabgeordneten wurde von Rika Althoff von der TU Dortmund moderiert.
Plädoyer für Zuversicht in den US-EU-Beziehungen
Nach Grußworten von Bürgermeisterin Ute Mais und Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft.de, warben die beiden ehemaligen US-Kongressabgeordneten für Gelassenheit und Weitsicht im Umgang mit den aktuellen Spannungen zwischen den USA und Europa. Gerade jetzt, so ihre Einschätzung, müsse Europa lernen, seine eigene Rolle klarer zu definieren, um selbstbewusster aufzutreten. Eine Phase der Distanz könne auch als Chance verstanden werden, um sich neu zu sortieren und die eigenen Prioritäten zu schärfen, betonten beide in der von Rika Althoff, Doktorandin an der TU Dortmund, moderierten Diskussion. Langfristig werde es, darin waren sich beide einig, unweigerlich zu einer neuen Annäherung kommen. Die derzeit abgekühlten Beziehungen seien kein Bruch, sondern eine Phase der Neujustierung, in der beide Seiten ihre Positionen überdenken.
Innenpolitische Lage in den USA hat sich stark verändert
Mit Blick auf die innenpolitische Lage in den USA schilderten Capuano und Upton ein zunehmend gespaltenes Land. Die Fronten zwischen Republikanern und Demokraten hätten sich in den letzten Jahren stark verhärtet. Während in früheren Jahrzehnten parteiübergreifende Zusammenarbeit nicht unüblich gewesen sei, werde heute jedes politische Zugeständnis als Schwäche ausgelegt. Als sie in den 1980er Jahren in die Politik einstiegen, sei die Atmosphäre noch von gegenseitigem Respekt und Pragmatismus geprägt gewesen. Fred Upton betonte, dass der Fokus damals darauf lag, Dinge tatsächlich für die Gesellschaft umzusetzen – unabhängig davon, von welcher Partei der Vorschlag stammte.
Heute, so die beiden, sei die politische Kultur deutlich rauer geworden. Polarisierung und mediale Zuspitzung hätten den Diskurs verändert, und gesellschaftliche Spaltungen spiegelten sich immer stärker im politischen Alltag wider. Die zentrale Frage lautete, was Ursache und was Folge dieser Entwicklung sei. Nur durch Dialog, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, über parteiliche Grenzen hinwegzusehen, könne dieser Kreislauf durchbrochen werden.
Die Veranstaltung machte auch in der abschließenden Fragerunde mit dem Publikum deutlich, dass die transatlantischen Beziehungen trotz aller Differenzen auf gemeinsamen Werten beruhen. Europa und die USA bleiben eng verbunden – nicht immer durch politische Nähe, aber durch das gemeinsame Ziel, Demokratie und Freiheit zu bewahren.

Die Organisator:innen von links: Joris Duffner (Leiter Europe Direct), Viktoria Harbecke (Direktorin AmerikaHaus NRW), Moderatorin Rika Althoff, Klaus Wegener (Präsident Auslandsgesellschaft.de), Congressman Fred Upton, Congressman Mike Capuano, Bürgermeisterin Ute Mais
