Zwei Mal Workshop „SOS Europa“ in der Adventszeit (22.11 und 14.12.2022)

Zwei Mal Workshop „SOS Europa“ in der Adventszeit (22.11 und 14.12.2022)

Wir freuen uns sehr, dass wir in den vergangenen Monaten zwei Planspiele zu dem Thema „SOS Europa. Asyl- und Flüchtlingspolitik in der EU“ organisieren durften. Durchgeführt wurden die Workshops von den Teamer:innen der Landeszentrale für Politische Bildung. Zunächst hatten wir die Abschlussklasse 13 aus dem Paul-Ehrlich-Berufskolleg in Dortmund zu Gast, drei Wochen später besuchte uns ein Kurs der Q2 des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Dortmund.

22.11.: Paul-Ehrlich-Berufskolleg Dortmund

Die Abschlussklasse des Paul-Ehrlich-Berufskollegs kam mit viel Interesse und Enthusiasmus in unseren Workshop, was sich auch später in den Debatten zeigte. Nachdem die Rollen für die Simulation des EU-Sondergipfels verteilt wurden und sich alle in die Materialien eingelesen haben ging es über zur offenen Diskussion.

Griechenland preschte gleich vor und verlangte wenigstens finanzielle Unterstützung, wenn schon niemand die Geflüchteten aufnehmen wolle. Spanien stimmte dem zu und ergänzte: „Es kann nicht sein, dass die Verantwortung so ungleich verteilt wird.“ Daraufhin kam es zu einem Schlagabtausch zwischen den Regierungschefs von Polen und Griechenland, dessen Standpunkte weit auseinandergingen.

Die Schüler:innen führten so eine lebhafte Debatte und agierten in ihren Rollen als Ministerpräsident:innen der EU-Staaten – auch wenn es oft nicht ihre persönliche Meinung widergespiegelt hat.

In der anschließenden inhaltlichen Auswertungsrunde kam heraus, dass einige Schüler:innen tief in ihrer Rolle gewesen seien und nun erstmal verarbeiten müssten was passiert ist. Man merke, dass es sehr kompliziert sei eine Lösung zu finden und ihnen sei bewusstgeworden, dass es nicht so einfach sei wie man denkt. Dabei kam auch der häufig auftretende Zwiespalt zwischen EU- und nationalen Interessen zutage.

Das Planspiel hat den Schüler:innen viel Spaß bereitet. Besonders der abwechslungsreiche Aufbau und die Möglichkeit, dass jede:r sich beteiligen konnte wurden hervorgehoben.

14.12.: Käthe-Kollwitz-Gymnasium Dortmund

Mitte Dezember kamen zwei Kurse der Q2 vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium zu uns. Schnell zeigte sich, dass sie schon einiges an Vorwissen mitbrachten, sodass die Besprechung der EU-Institutionen nur eine Wiederholung für sie darstellte.

Die Rollen als EU-Staatschef:innen nahmen die Schüler:innen sehr ernst, was sich auch in der offenen Debatte zur Flüchtlingspolitik zeigte. Italien drohte direkt zu Beginn der Diskussion mit einem Austritt aus der Union, sollte nicht bald Unterstützung für den südeuropäischen Staat kommen. Spanien machte sich ebenfalls für eine gesicherte Aufnahme stark und betonte, dass finanzielle Unterstützung nicht ausreiche.

Eine hitzige Debatte gab es auch um die Verbindung zwischen dem Islam, Flüchtlingen und Terrorismus, die Ungarn und Polen eingebracht haben. Italien kommentierte: „Einige Staaten sollten sich hier nochmal dringend die Grundwerte der EU vor Augen führen.“

Nachdem die Schüler:innen wieder aus ihrer Rolle herausgetreten sind, stellten viele klar, dass sie sich persönlich nicht mit der Meinung ihrer zugelosten Rolle identifizieren könnten. Ihnen sei aber nun viel klarer geworden, welche Staaten welchen Standpunkt in der Asyl- und Flüchtlingspolitik vertreten. Besonders das Einstimmigkeitsprinzip führte zu Diskussionen. „Schon krass, dass das nichts wird, sobald ein Staat dagegen stimmt“, bemerkte ein Schüler. Es sei schwierig, so zu einer Lösung zu kommen.

Im anschließenden Feedback kam heraus, dass die Schüler:innen viel Spaß hatten und sie lobten die gute Umsetzung: „Ich fand es sehr spannend und weiß jetzt auf jeden Fall mehr als vorher.“