Mein Europa – Georgien (31.01.2024)

Mein Europa – Georgien (31.01.2024)

Am 31. Januar bot die virtuelle Veranstaltung “Mein Europa – Georgien” mit Moderatorin Katharina Roß einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt und Besonderheiten des georgischen Lebens. Die 19-jährige Tiko Lagvilava, eine engagierte Studentin aus Zugdidi, führte die 14 Teilnehmenden durch eine Reise, die nicht nur die landschaftliche Schönheit des Landes, sondern auch dessen politische und gesellschaftliche Realitäten aufzeigte.

Pro-russische Regierung bedroht Pressefreiheit

Die politische Lage Georgiens wurde ebenfalls diskutiert. Aktuell befindet sich das Land unter einer prorussischen Regierung, wobei unabhängige Medien in Gefahr sind und russische Propaganda vor allem in ländlichen Gebieten erfolgreich ist. Tiko, die in einer NGO für die Stärkung von Demokratie, Menschenrechten und Meinungsfreiheit arbeitet, erklärte, dass Georgien Teil des EU-Erweiterungspakets mit der Ukraine und Moldawien sei, dank des Engagements der Zivilgesellschaft.Die Teilnehmenden erhielten auch Einblicke in die kulturelle Vielfalt Georgiens. Die Hauptstadt Tiflis als kulturelles Zentrum wurde ebenso besprochen wie die beeindruckende Natur des Landes. Georgien, stolz auf seine europäische Identität, bietet innerhalb von nur zwei Stunden Zugang zum Schwarzen Meer und zu majestätischen Bergen.

Komplexe Beziehungen zu Nachbarstaaten

Besonders interessant waren die Publikumsfragen. Tiko beantwortete Fragen zu ausländischen Studierenden, die sich in Georgien leicht integrieren können, da Georgier*innen sehr offen sind und Englisch sprechen. Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan wurden ebenfalls erörtert. Während die Beziehungen zu Armenien komplex sind, strebt Aserbaidschan selbst eine EU-Mitgliedschaft an und steht daher positiv zu Georgiens EU-Kandidatenstatus.

Angriffe auf queere Communities

Die Situation von Queeren in Georgien wurde angesprochen, wobei Tiko betonte, dass obwohl die Rechte nicht aktiv unterstützt werden, sie auch nicht beschränkt werden. Es existieren jedoch Herausforderungen im Alltag, da offizielle Heiraten nicht möglich sind und Angriffe auf die queere Gemeinschaft stattfinden. Abschließend wurde die Frage nach einem möglichen Bürgerkrieg verneint. Demonstrationen sind zwar temporär und situativ, verlaufen jedoch in der Regel friedlich. Der religiöse Einfluss in Georgien, das überwiegend orthodox-christlich ist, wurde ebenfalls diskutiert. Insgesamt war die Online-Veranstaltung ein gelungener Einblick in die Facetten Georgiens, sowohl kulturell als auch politisch, und ermöglichte den Teilnehmenden durch das Zoom-Meeting-Format einen direkten Austausch mit einer engagierten Bürgerin des Landes.

Die Online-Veranstaltungsreihe “Mein Europa” und wird von einem großen Netzwerk organisiert: Institut Français AachenKarlspreisstiftungKarlspreis Academy, und die EUROPE DIRECT Zentren AachenOstbelgienKreis GüterslohDortmundDuisburgEssen und Bocholt.